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Angedacht (nach Lukas 14,15-26) Gemeinsam zu Tisch

Alles ist bereit. Der Tisch ist festlich gedeckt, die Speisen zubereitet, die Getränke bereitgestellt, die Gäste eingeladen. Nun ist es soweit, sie können kommen. Doch einer nach dem anderen meldet sich ab. Mal mehr, mal weniger nachvollziehbar sind die Entschuldigungen.

Was für ein Gefühl muss das für den Gastgeber sein? Zwischen Zorn und Verzweiflung, gemixt mit einer Menge an Fragen: Was haben sie gegen mich? Bin ich so unwürdig, dass keiner zu mir kommt? Ist ihnen meine Freundschaft nicht wichtig genug? Was habe ich falsch gemacht? Wer will sich über mich lustig machen? Wer hat die anderen gegen mich aufgehetzt? Wenn uns das passieren würde - wir hätten wohl auch solche Gedanken.

Zornig weist nun der Gastgeber seine Diener an: „Holt mir alle her, die ihr auf der Straße findet. Egal wie sie aussehen, was sie anhaben, sie sollen hereinkommen, damit mein Haus voll wird und das Fest losgehen kann.“

Da kommt eine feine Gesellschaft zusammen: Die Armen, die kein Geschenk mitbringen können, keinen passenden Anzug haben, nichts mitbringen als ihren Hunger. Menschen mit Behinderungen, die in ihrem Leben schon einiges an seelischen und körperlichen Schmerzen kennengelernt haben, die immer hinten anstehen müssen, weil die Gesunden schneller sind. Die Blinden, die oft nicht wissen, wo es langgeht, die geführt werden, sich die Farben der Welt von den Worten anderer malen lassen müssen. Die Lahmen, die hinken durch Belastungen, Sorgen und Ängste, die tragen und schleppen, die kraftlos sind und doch immer weiter müssen. Die auf der Straße leben, deren Zuhause so trostlos ist, dass man auch gleich draußen bleiben kann.
Eine schöne Gesellschaft: schön spontan und  zusammengewürfelt, grade so, wie jeder und jede ist. Schön ehrlich und authentisch.

Jesus erzählt diese Geschichte. Und Gott ist der Gastgeber. So ist Gott: er lädt seine Menschen ein zum Fest des Lebens. Und so sind wir Menschen: Wenn es um Gott geht, haben wir eine Menge Entschuldigungen.
Und auch so ist Gott: Er lässt das Fest nicht ins Wasser fallen. Wenn die Vornehmen, Gebildeten, Angesehenen, Geachteten nicht kommen wollen, dann feiert er mit denen, die gar nicht damit gerechnet hätten, eingeladen zu werden.

Und hier ist das diakonisch Anstößige der Geschichte: sind die Mühseligen und Beladenen nicht bloß die zweite Garnitur? Die Ersatzgäste, weil die zuerst Eingeladenen nicht kommen? Sind sie nicht bloß die Ausputzer, weil der Gastgeber nicht allein sein will, die Füllmasse, weil die Reichen und Starken und Schönen Gott einen Korb geben? Und wer will schon gerne nur Ersatz sein? Vielleicht sollte man diese Geschichte Jesu am besten gar nicht nehmen zum Thema “Willkommen bei uns“? Wenigstens bei uns in der Diakonie werden die Hilfesuchenden doch sofort eingeladen und nicht erst auf dem zweiten Ticket.

Andererseits: geht es hier um diakonisches Arbeiten? Nein, Jesus redet vom Reich Gottes. Ich denke mir das so: Gott setzt sich auch für die Angesehenen und Erfolgreichen ein und hofft auf ihre Aufmerksamkeit. Aber Jesus ist realistisch. Er weiß schon im Voraus, wer seine Einladung annimmt. Er sieht schon weiter und merkt, wer seine Worte hört und zu ihm kommt.

Jesus erzählt die Geschichte vom einladenden Gott für uns. Und es gibt eine spannende Entdeckung: Die Türen sind offen. Es ist genug Platz. Wir sind eingeladen ins Haus des Vaters, unseres Schöpfers.
Zu ihm können wir kommen, dort findet das Fest des Lebens statt. Im Haus Gottes wartet ein gedeckter Tisch. Und Gottes Gaben verändern, versöhnen und heilen, setzen uns in Bewegung.
Lassen wir uns einladen?

Amen

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