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Woche der Diakonie 2015

Zusammen besser leben.

Das Jahresthema der Diakonie in Niedersachsen 2015 kommt etwas sperrig daher: Müsste es nicht heißen: Besser Zusammen leben? Nein, wir lassen die Reihenfolge so.
Wir wollen sagen: Damit das Leben besser wird, geht es nur zusammen. Nur wenn die Lebensbedingungen für alle besser werden, wird es auch für den einzelnen besser.

Zusammen besser leben. Als Diakonie in Niedersachsen sehen wir den Einzelnen mit seinen Anliegen und Notlagen. Wir fragen danach, wie die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse unterschiedlicher Gruppen miteinander in Einklang gebracht werden können. Dabei gehen wir von einer Grundvoraussetzung aus: Zusammen besser leben. Nur im echten Miteinander kann es für alle besser werden.

Unser Jahresthema 2015 nimmt keine besondere Zielgruppe in den Blick, sondern möchte die Strategie der Gemeinwesendiakonie in den Mittelpunkt stellen. Das ist eine Herausforderung. Gemeinwesendiakonie nimmt den ganzen Stadtteil oder das  Dorf in den Blick. Sie vernetzt sich mit den lokalen Akteuren und Bewohnern und sucht Antworten auf die Herausforderungen im Gemeinwesen. Diese Arbeitsform ist namentlich meist nur den Experten bekannt. Und doch arbeiten schon viele Kirchengemeinden und Initiativen vor Ort nach gemeinwesendiakonischen Gesichtspunkten.

Was ist Gemeinwesendiakonie?

Immer wiederkehrende Kriterien von Gemeinwesendiakonie sind:

  • Kirche und Diakonie übernehmen Verantwortung für den Stadtteil/das Dorf. Sie fragen danach, wo sie im Gemeinwesen unterstützen und helfen können (Suchet der Stadt Bestes, Jeremia 29,7). Das Ziel ist die Erfahrung gelingender Gemeinschaft, die Bildung von sozialem Kapital im Stadtteil und die Erhöhung von Lebensqualität für alle Bewohnerinnen und Bewohner.
  • Kirche und Diakonie verstehen sich als Akteur unter anderen Akteuren vor Ort. Dabei vernetzen sich Kirchengemeinden und diakonische Träger miteinander und handeln in ökumenischer Weite. Sie suchen die Kooperation mit weiteren Verbänden und Initiativen vor Ort und bringen sich zugleich mit ihrem spezifischen Profil ein.
  • Beteiligung eröffnen: Nicht nur für, sondern mit Betroffenen gelingen Projekte. Statt gleich Lösungen anzubieten ist es angebracht, die Menschen im Gemeinwesen zu befragen, was wirklich gebraucht wird. Nicht immer gibt es für eine Lösung auch ein Problem. Ziel ist es, die Betroffenen zu aktivieren und ihnen zu helfen, Handelnde ihrer eigenen Angelegenheiten zu sein.
  • Miteinander von freiwilliger und beruflicher Mitarbeit: Alle Beteiligten lernen im Projekt und voneinander. Die Begleitung und Fortbildung der Ehrenamtlichen und die Weiterbildung der Hauptamtlichen gehören zum Standard von Projekten der Gemeinwesendiakonie.
  • Vom Projekt zu einem nachhaltigem Angebot: Strukturen und Finanzierung sind geklärt. Oft beginnt gemeinwesendiakonische Arbeit als eine Idee. Die Idee wird zu einem Projekt, in dem in einem zeitlichen und strukturell begrenzten Rahmen erprobt wird, ob die Idee sich bewährt. Wenn sich die Idee bewährt, gelingt Gemeinwesendiakonie auf Dauer nur mit einer soliden finanziellen Basis und der Entwicklung von nachhaltigen Trägerstrukturen. Die miteinander vernetzten Akteure sorgen in gemeinsamer Verantwortung für die Nachhaltigkeit.

Bei der Realisierung eines besseren Zusammenlebens haben wir es auch mit Widerständen zu tun. Nicht alle wollen mitmachen. Verschiedene Meinungen und Interessen stoßen aufeinander. Vieles muss ausgehandelt werden. Oft gilt es, Bedenken zu überwinden. Zuerst mangelt es an Geld, manchmal auch an Vorstellungen, ob und wie ein Projekt starten kann, erfahrungsgemäß aber nicht an Menschen, die mitmachen wollen, wenn das Projekt gut und für den Stadtteil das Richtige ist.

Um sich gemeinwesendiakonisch auf den Weg zu machen, braucht es immer einige wenige, die mit Ausdauer und Hoffnung von der Sache überzeugt sind. Sie sind die Visionäre. Schwierigkeiten sind für sie Herausforderungen, diese zu überwinden. Sie überzeugen und motivieren andere mitzumachen.

Wer sich auf den Weg macht, wird im Gehen feststellen: Dass Ziel muss justiert werden. Manchmal neu ausgerichtet. Es ist oft nie so, wie man sich das denkt. Genau das ist das Spannende: Zusammen besser leben ist dynamisch, lebendig. So wie die Menschen, mit denen man unterwegs ist.

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© 2018 Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.

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