UNERHÖRT-Kampagne

Die Kampagne der Diakonie irritiert. Warum sind Wohnungslose, Flüchtlinge, Alltagshelden oder Alte unerhört? Nach kurzem Nachdenken wird einem die Doppeldeutigkeit des Kampagnen-Claims bewusst. Es stimmt: Viele Menschen fühlen sich mit ihren Problemen nicht gehört. Die wenigsten suchen das Gespräch mit anderen. Vielmehr wird in der Anonymität des Internets lautstark geschimpft und bei Wahlen den sogenannten etablierten Parteien ein „politischer Denkzettel“ verpasst. Die Kampagne soll wachrütteln und zugleich deutlich machen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und eintritt für eine Gesellschaft der Vielfalt. Die Diakonie will mitreden, lebhafte Diskussionen anstoßen und führen, sie will zur Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe werden.

„Mit unserer Kampagne machen wir Wahlkampf für eine offene, lebendige und vielfältige Gesellschaft“, erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. „Viele fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht.“ In einem der Kampagnen-Claims werden alte Menschen als unerhörte Personengruppe bezeichnet. Etwa 16% der Rentner und Pensionäre sind armutsgefährdet, eine Zahl die in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Frauen sind stärker gefährdet als Männer. Dazu kommt, dass familiäre Netzwerke sich verändert haben und viele alte Menschen sich einsam fühlen.

An vielen Orten in Niedersachsen sind Motive der Kampagne plakatiert. Aufgrund besonderer Charity-Konditionen ist die Streuung der Kampagne in der Regel nicht exakt vorhersehbar. „Wir können leider nicht sagen, in welchen Gemeinden und Regionen wann welche Plakatmotive zu sehen sein werden", erläutert André Lang von der Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie in Niedersachsen. Die Kampagne wird zudem über digitale Plakate verbreitet, die an hochfrequentierten Orten wie Flughäfen und Bahnhöfen geschaltet werden. Auch auf den Internet- und Social-Media-Kanälen wird die Kampagne begleitet.

Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen wünscht sich eine aktive Beteiligung an möglichst vielen Orten in „ Es ist ein kostbares Gut geworden, wenn Menschen sich gegenseitig ausreden lassen und einander zuhören. Das wünsche ich mir mithilfe der Kampagne „Unerhört“: dass wir denen wieder zuhören, die ansonsten in unserer Gesellschaft überhört werden.“ 

Mitreden: Alle diakonischen Einrichtungen und Kirchengemeinden sind eingeladen, diese Kampagne vor Ort mit zu kommunizieren. Laden Sie zu lebhaften Diskussionen ein und führen Sie einen Diskurs zur sozialen Teilhabe in Niedersachsen. Die Kampagne ist nach dem heute in der Kommunikationsbranche üblichen Prinzip „swinging tail" organisiert. Das heißt, die Feinplanung wird immer nur für das kommende Jahr ausgearbeitet. So bleibt die Kampagne zugänglich für neue Ideen und Anregungen und kann jederzeit an der gesellschaftlichen und politischen Aktualität vor Ort ausgerichtet werden.

Verschiednste Motive der Kampagne sind derzeit in der bundesweiten Außenwerbung geschaltet. Die Plakate sind in Aufbau und Mechanik immer gleich. Jedes Kampagnenmotiv bietet vor Ort die Möglichkeit der offenen Diskussion, zu der diakonische Einrichtungen und Initiativen zusammen mit den örtlichen Kirchengemeinden einladen können.

Informationen auch unter www.unerhört.de