2019: UNERHÖRT!

Die neue Kampagne der Diakonie irritiert. Warum sind Wohnungslose, Flüchtlinge, Alltagshelden oder Alte unerhört? Nach kurzem Nachdenken wird einem die Doppeldeutigkeit des Kampagnen-Claims bewusst. Es stimmt: Viele Menschen fühlen sich mit ihren Problemen nicht gehört. Die wenigsten suchen das Gespräch mit anderen. Vielmehr wird in der Anonymität des Internets lautstark geschimpft und bei Wahlen den sogenannten etablierten Parteien ein „politischer Denkzettel“ verpasst.

„Mit unserer Kampagne machen wir Wahlkampf für eine offene, lebendige und vielfältige Gesellschaft“, erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. „Viele fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht.“ In einem der Kampagnen-Claims werden alte Menschen als unerhörte Personengruppe bezeichnet. Etwa 16% der Rentner und Pensionäre sind armutsgefährdet, eine Zahl die in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Frauen sind stärker gefährdet als Männer. Dazu kommt, dass familiäre Netzwerke sich verändert haben und viele alte Menschen sich einsam fühlen.

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