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Stadt - Land - Schluss?

Einführung ins Thema

Wie sollen wir das Jahresthema 2018 der Diakonie in Niedersachsen verstehen? Ist der Slogan nur eine kleine Abwandlung des beliebten Familien-Ratespiels Stadt-Land-Fluss? Und wo ist Schluss? Immer auf dem Land, und die Zukunft liegt in der Stadt?

Bei dem Wort Stadt hat jede und jeder sofort ein Bild vor dem inneren Auge. Stadt ist ein Ballungszentrum mit vielen Einkaufs- und Arbeitsmöglichkeiten, mit Behörden und Kulturangeboten. Bei Land wird es schwieriger - was ist gemeint? Das Land Niedersachsen, oder Deutschland? Der ländliche Raum? Eine Landschaft? Das Dorf als Gegensatz zur Stadt?

Und wo und wann ist Schluss? Liegt die Zukunft nur in den Städten, und das Land ist abgehängt? Oder nehmen wir neben dem Zuzug in die Städte auch eine umgekehrte Bewegung wahr: Zurück aufs Land, dahin, wo es ruhig ist, Luft und Wasser sauber, man die Lebensmittel noch und wieder vom örtlichen Bauern holen kann, und sich selbst im Garten seinen Salat und die Radieschen anbaut?

Wann ist Schluss, wann geht nichts mehr? Werden in Regionen des Flächenlandes Niedersachsen die Lebensbedingungen künftig so wie in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern: Die Abwanderung der jungen Menschen ist so groß, dass nur noch ein überalterter Rest in sterbenden Dörfern zurück bleibt?

Und was hat die Diakonie mit zu tun?

Mit unserem Jahresthema wollen wir fragen: Wie leben die Menschen in der Stadt und auf dem Land? Was bewegt sie, was sind die Herausforderungen und Probleme? Ist diakonisches Handeln auf dem Land anders als in den Ballungszentren? Welche Standortvorteile gibt es wo? Welche Hilfen sind an welchen Orten? Wie gehen Menschen in den Regionen miteinander um?

In unseren Recherchen zum Thema haben wir schnell gemerkt: Auf eine einfache Formel lässt sich eine Antwort nicht bringen. Es ist nicht so, dass es in der Stadt alles gäbe und das  Land ausstirbt. Und nicht nur das Land ist grün, gesund und voller Natur, auch in den Städten gibt es grüne Lungen, Naturanlagen, Alleen und Gärten. Je nach Lebenskonzept, persönlichen Interessen und Bedürfnissen fühlen sich Menschen wohler in der Stadt oder auf dem Land, nehmen entweder teurere Mieten oder längere Anfahrtszeiten zur Arbeit in Kauf, möchten mehrmals in der Woche kulturelles Leben genießen oder lieber im Grünen wohnen.

Und wie ist es bei der Diakonie? Wir können selbstbewusst sagen: Wir sind in allen Regionen Niedersachsens vertreten, vom Harz bis ans Meer, von der Elbe bis an die holländische Grenze. Etwa 75.000 hauptamtliche Mitarbeitende arbeiten in allen sozialen Hilfefeldern in den ganz unterschiedlichen diakonischen Einrichtungen. Dazu kommen viele ehrenamtliche diakonische Initiativen und ideenreiche diakonische Projekte, die wir  gleichermaßen in den Städten und im ländlichen Raum gefunden haben.

Lassen Sie uns in diesem Jahr danach fragen: Was braucht es vor Ort an diakonischem Engagement? Was gelingt schon gut, was kann man verbessern? Und woran liegt es, damit das Leben gelingt? Was sind wichtige Standortfaktoren, was sind die Herausforderungen der nächsten Jahre?

Wo sind wir als Diakonie nah bei den Menschen in unserem Gemeinwesen, in den Dörfern und Städten? Wo müssen wir uns politisch und gesellschaftlich engagieren, um auf Missstände aufmerksam zu machen? Und wo sollten wir auch mal unsere Erfolge feiern, weil wir sagen können: es ist schon sehr gut, so wie wir es machen? In fünf Feldern, so denken wir, lässt sich dass Jahresthema gut bearbeiten:

  1. Mobilität
  2. Wohnraum
  3. Versorgung und Anbindung
  4. Bildung und Teilhabe
  5. Zusammenleben.

Wir hoffen, Sie können in der Beschäftigung mit dem Thema am Ende sagen: Bei uns im Gemeinwesen, im Dorf und in der Stadt, ist noch lange nicht Schluss, hier geht es weiter. Unter anderem auch, weil wir da sind, als Kirche und Diakonie. Mitten im Leben und nah bei den Menschen.

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© 2018 Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.

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